Jahreswechsel

Den kommenden Jahreswechsel möchte ich zum Anlass nehmen, um meine persönlichen Gedanken zu Rückschau und Planung zu teilen. (Den Beitrag mit Meditationsübung gibt es auch in der dazugehörigen Podcast-Folge). Wenn sich ein Jahr dem Ende zuneigt, inspiriert das viele dazu, das Jahr zu reflektieren und Wünsche oder auch Vorsätze für das kommende Jahr zu formulieren. Dabei machen wir uns über Vergangenheit und Zukunft Gedanken. Wenn wir Achtsamkeit üben und leben, versuchen wir uns jedoch immer wieder mit dem gegenwärtigen Moment zu verbinden. Sei es jetzt in der Meditation oder in Alltagsmomenten.

Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges

Nicht nur zum Jahreswechsel, sondern auch zuvor habe ich mir schon oft die Frage gestellt, wie ich mit diesen scheinbaren Spannungsverhältnis umgehen möchte. Ich finde, dass es zu einem guten und erfüllten Leben dazu gehört, einerseits aus der Vergangenheit zu lernen und zurückblicken zu können und andererseits für die Zukunft zu planen und sich Ziele zu setzen. Meiner Ansicht nach schließt dies nicht ein achtsames Leben im gegenwärtigen Moment aus. Mir ist es wichtig, dass ich mir bewusst mache, wo in diesem Zeitverständnis ich mich gerade befinde bzw. viel mehr wo sich mein Geist und meine Gedanken herumtreiben. Dementsprechend also wahrzunehmen, wenn ich gerade über vergangene Ereignisse nachdenke oder diese mich beeinflussen. Oder mir bewusst machen, wann ich Pläne für die Zukunft mache. Und das aber immer wieder mit dem Wissen, dass nur die Gegenwart das ist, wo mein Leben tatsächlich passiert.

Leben ist das, was passiert


Ein bekanntes Zitat, das unter anderem John Lennon aufgegriffen hat bringt dies ziemlich gut auf den Punkt: „Life is what happens to you while you’re busy making other plans.“ Leben ist das, was passiert, während du fleißig dabei bist, andere Pläne zu schmieden. Das war schon immer so, ist uns aber wohl in diesem Jahr nochmal mit voller Wucht bewusst gemacht worden. Dass Menschen dazu fähig sind,  Vergangenheit zu reflektieren und auch weiterzugeben in Form von Erzählungen, Geschriebenen etc. ist eine wunderbare Sache. Genau so faszinierend und machtvoll ist unsere Begabung, zukünftige Szenarien ausdenken zu können. Das sind Fähigkeiten des menschlichen Geistes ohne die vieles in unserem Zusammenleben nicht möglich wäre.

Problematisch wird es dann richtig, wenn dies vollkommen unbewusst geschieht und uns immer weiter vom gegenwärtigen Augenblick entfernt. Beispielsweise wenn ich ängstlich und angespannt bin, weil ich mir andauernd Sorgen mache, was möglicherweise in der Zukunft geschehen wird. Oder wenn ich mir umgekehrt erwarte, dass alles Gute in der Zukunft auf mich wartet. Genau an dem Punkt kann es nämlich knifflig werden bei unseren Wünschen oder Vorsätzen für das nächste Jahr. Wenn ich nicht die Gegenwart immer wieder in das Zentrum meiner Aufmerksamkeit rücke  kann das dazu führen, dass  ich immer nur auf das Nächste warte: „Wenn ich das erreiche/habe… dann bin ich endlich…“


Persönlich mache ich auch gerne zum Jahreswechsel eine Rückschau und überlege mir, was ich mir für nächstes Jahr wünsche oder auch was ich anders machen möchte. Dabei versuche ich auch immer wieder das Jetzt ins Bewusstsein zu holen. Sei es mit Achtsamkeit, Meditation oder auch mit dem Üben von Dankbarkeit für das, was jetzt da ist. In der Meditation können wir üben, zu erkennen wo in der Zeit sich unser Geist gerade bewegt. Eine passende Meditationstechnik dazu kannst du in der dazugehörigen Podcast-Folge anhören.

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